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Bradford on Avon - 2007 Eine Art Tagebuch...

Mo., 23.07.  
Tja, da saßen wir also nun im Bus - in Richtung England - frühmorgens, denn wir wollten ja noch einen weiten Weg bis nach Calais zurücklegen. Die Klimaanlage war völlig in Ordnung (ein Gedanke war denjenigen gewidmet, die vor drei Jahren die Reise bei hochsommerlichen Temperaturen ohne eine solche angetreten hatten).
Alles verlief recht nett, bis ein Angestellter einer Raststätte in den Niederlanden uns bei einem geplanten Stopp bedeutete, dass wir nur für einen Kaffee nicht so wirklich willkommen waren – eine völlig neue Erfahrung. Sei’s drum, die nächste Möglichkeit war laut Routenplaner und Navigationssystem nicht allzu weit entfernt und dort kam man unserem Verlangen nach heißen Getränken etc. gerne nach.
Des Abends erreichten wir CALAIS, dass wir diesmal anstelle von Dünkirchen als Ort unserer Zwischenübernachtung auserkoren hatten. Leider haben die meisten nicht sehr viel vom Nachtleben oder der Stadt Calais mitbekommen, denn der Abend fiel ja buchstäblich ins Wasser. Und zudem wurde das Menu, - ganz französisch - mit der gebotenen Ruhe und Gelassenheit serviert, sodass ein nicht unerheblicher Teil des Abends für eben dieses Mahl benötigt wurde. Dennoch sollen es einige mutige Teilnehmer geschafft haben, in das Gewirr französisch- und englischsprachiger Kneipenunterhaltungen einzutauchen. Ganz mutige und unerschrockene Teilnehmer wurden auch in den frühen Morgenstunden des 2. Tages bei der Heimkehr zum Hotelfrühstück gesichtet (.... natürlich hatten sie nur nicht so lange schlafen können und waren schon mal gegen 6.oo Uhr zu einem Strandspaziergang aufgebrochen....... Man will ja etwas von der Stadt sehen, in der man übernachtet hat, nicht wahr...?)  
Die., 24.07.  
Schon recht früh waren wir auf der Fähre über den Ärmelkanal; der Weg zum Hafen war ja nun wirklich nicht allzu lang. Nach einer doch unerwartet stürmischen Überfahrt, die uns als sturmerprobten Ostfriesen aber nichts anhaben konnte, erreichten wir nach ca.1 ½ Stunden die englische Stadt Dover, unmittelbar gelegen vor dem schon von weitem sichtbaren Profil der weiß schimmernden Steilküste.
Einmal bitte alle ’raus aus dem Bus, Pässe vorzeigen und Handgepäck durchleuchten lassen – und dann wieder hinein. Die Ereignisse der letzten Jahre, besonders diejenigen in England haben bei den Einreisebedingungen durchaus ihre Spuren hinterlassen.

Wieder festen Boden unter den Busreifen, ging es dann weiter in Richtung CANTERBURY, wo wir bereits von einer Fremdenführerin erwartet wurden. Auf verschlungenen Pfaden geleitete sie uns bis zur CHRIST CHURCH CATHEDRAL und es gelang ihr, uns einen guten (für viele Teilnehmer ersten) Eindruck über den Sitz der Anglikanischen Kirche zu geben. Die Zeit in Canterbury verflog zu schnell und die Teilnehmer waren sich einig, dass sich ein erneuter Zwischenstopp hier durchaus lohnen würde.

Weiter ging es dann gegen Mittag und nach einer kleinen Erfrischungspause am Rande der Autobahn erreichten wir BRADFORD ON AVON planmäßig am späten Nachmittag.
Manfred sei Dank, fühlten wir uns während der Fahrt über schmale, kurvige englische Straßen (und das nicht nur an jenem Tag) doch immer gut aufgehoben und sicher ans Ziel kutschiert. 
Mi., 25.07.  
Entgegen der üblichen Planung unserer Besuche erfolgte eine Einladung zu einem offiziellen Empfangsabend in diesem Jahr bereits am zweiten Tag des Aufenthaltes. Das „Leigh Park Hotel“ bot ein wirklich ansprechendes Ambiente für diese gesellige Veranstaltung, die neben einem schmackhaften Abendessen auch die obligatorischen Redebeiträge der jeweiligen Vorsitzenden beinhaltete. Unbedingt zu erwähnen ist die Ehrung von MARGRET HORE.
Sie, die nun schon seit vielen Jahren die Treffen der Partnerschaftsgruppen in ihren SRAPBOOKS dokumentiert hat, erhielt das Wappen der Stadt Norden, eine Auszeichnung, die nicht allzu häufig vergeben wird. Der Abend wurde von Gästen wie Gastgebern zur Auffrischung und Vertiefung bereits bestehender Kontakte genutzt und auch neue Gesichter fanden hier eine erste Gelegenheit, die gemeinsame Luft der nun schon bald vierzig Jahre währenden Partnerschaft zu schnuppern. Von der Wiedersehensfreude, der Neugier auf Informationen und Anekdoten und dem herzlichen Verhältnis der Mitglieder über die Grenzen der beiden Organisationen hinweg konnten sich alle Anwesenden an diesem Abend überzeugen. 
Do., 26.07.  
Der erste Ausflug des diesjährigen Programms musste wegen der schlechten Wetterlage dann doch geändert werden. Bradford on Avon war zwar von den schweren Unwettern und Regenfällen der vorangegangenenWochen verschont geblieben (viel schlimmer hatte es da die Region um Gloucester erwischt, wo tausende von Einwohnern ohne fließendes Wasser oder Strom ausharren mussten), aber eine Wanderung entlang des „Sculpture Trails“ im FORREST OF DEAN in WALES erschien unter diesen Bedingungen als nicht empfehlenswert.
Aber auch die ersatzweise durchgeführte Fahrt nach Cardiff stand zumindest wettermäßig nicht unter einem besseren Stern, eher schon unter einer dunklen Wolke. Dennoch, das National Museum, das die meisten Teilnehmer auf sich haben wirken lassen, konnte wenigstens für einen Teil dieser für die Organisatoren nicht so angenehmen Situation entschädigen.
Tja, und da dieser Tag in Wales als sehr verregnet einzustufen war, hat wohl auch kaum jemand eine Kamera aus der Tasche gezückt, um ein Foto zu schießen. 
Fr., 27.07.  
Ganz anders dann der zweite Ausflug, ebenfalls wieder nach Wales. Nachdem der Bus die Autobahn verlassen und sich bis an das obere Ende eines lang gezogenen Tales hinaufgearbeitet hatte, standen wir vor den eher unscheinbaren Gebäuden der BIG PIT, der sog. GROßEN ZECHE. Nach einer kurzen Einführung gingen die Betreuer, allesamt gestandene Bergarbeiter, zur individuellen Anprobe der Helme incl. Lampe mit Batterieeinheit über. Es sollte ja schließlich unter Tage gehen und deswegen mussten die Teilnehmer nach eindringlicher Aufforderung auch zusätzlich auf alle technischen Geräte wie Mobiltelefon, batteriebetriebene Uhren, Kameras etc. verzichten und eben diese in eine große Kiste legen. In einigen Augenpaaren war deutlich das mulmige Gefühl über den Verbleib der liebgewordenen Kostbarkeiten zu erkennen.
Tief unten erhielten wir von den jeweiligen Gruppenbetreuern dann einen - von vielen Besuchern bestätigten - sehr guten Einblick in die Entwicklung des Bergbaus, speziell dieser Gegend. Persönliche Schilderungen, verbunden mit den im Arbeitsprozess gewonnenen Kenntnissen und gewürzt mit irischem Humor, halfen den Zuhörern, sich beispielsweise die Arbeitsumgebung der Bergleute, insbesondere der Kinder in den dunklen Stollen vorzustellen (und dunkel war es wirklich, als alle aufgefordert wurden, für einige Sekunden ihre Grubenlampen auszuschalten!!). Die Vorstellung ganzer Pferdeställe unter Tage war scho beeindruckend (Wer hatte sich über die Logistik der Pferdehaltung unter diesen Bedingungen auch schon vorher einmal Gedanken gemacht?) Auch alltägliche Dinge wie eine Dusche erlangen eine völlig neue Bedeutung, wenn man erfährt, dass erst weit im 20. Jahrhundert die Möglichkeit für die Bergleute geschaffen wurde, den bei der Arbeit anfallenden Schmutz bereits vor Ort wieder zu beseitigen und nicht erst in der eigenen Wohnung. Hungrig von der Verarbeitung der gewonnenen Eindrücke ließen sich anschließend zumeist Teilnehmer mit zufriedenen Gesichtern in der betriebseigenen Cafeteria oder im für Picknick-Liebhaber reservierten Raum nieder. 
Mo., 30.07.  
Der letzte Ausflug des Besuchsprogramms führte uns nach Sparkford in das HAYNES MOTOR MUSEUM. Eine kurzweilige und mit nicht zuviel technischen Details überfrachtete Einführung in die Geschichte des Museums und der Anfänge der Motorisierung leitete unseren Aufenthalt ein. Dabei wurde uns „geholfen“, die Stellung von Carl Benz in der Entwicklung des Automobils insofern zu überdenken, als dass dieser nach den vorangegangenen technischen Errungenschaften gar keine andere Möglichkeit mehr hatte, als das Automobil zu erfinden. Auch die Bedeutung seiner Frau, die mit heimlichen „Langstrecken“-Fahrten den schon zum Aufgeben neigenden Entwickler doch noch von seiner eigenen Arbeit überzeugen konnte, blieb nicht unerwähnt. AHA!!!! Tja, und dann konnte Mann/Frau beim Anblick bereits selbst gefahrener Schätzchen der Ausstellung wie - NEIN, nicht Rolls Royce, Düsenberg, Ferrari etc. - sondern Messerschmidt Kabinenroller, BMW Isetta, VW Käfer, 2CV Ente in Erinnerungen schwelgen. Für die meisten war es eine Neuigkeit, dass auch in unserer Partnerstadt BRADFORD on AVON einmal Sportwagen vom Typ MARKOS zusammengesetzt wurden.

Bleibt am Ende des Bradford-Aufenthaltes noch die Abschiedsfeier in der St. Margaret’s Hall, einer in diesem Jahr doch eher locker und informell gedachten Veranstaltung, die durch den Auftritt der „Opera Piccola“ sowie einer Line-Dancing Einlage aufgelockert werden sollte. Letztere musste allerdings aus Krankheitsgründen ausfallen.
Als Ehrengäste des Abends konnten wir JOHN BENJAMIN und seine Frau begrüßen. Als damaliger Vertreter des Bradforder Rowing Club beteiligte er sich bereits 1967 an der frühen Entstehungsgeschichte der Städtepartnerschaft.
Die Gelegenheit dieser Zusammenkunft war günstig und wir wollten sie dazu nutzen, ein Gruppenfoto der Bradforder bzw. Norder Mitglieder zu machen, damit wir hier ein Bild vor Augen haben, wenn in Gesprächen die Namen unserer Freunde in Bradford fallen. Phänomenal jedoch war die kurz vor Schluss eingeleitete Aufräumaktion. Binnen 15 Minuten war das Büffet (oder besser: der Rest davon!) abgeräumt, die Tische abgedeckt, die Dekoration verstaut, der Müll entsorgt, die Teilnehmer nach draußen geleitet - und - das Licht ausgemacht!! Eine wahre Meisterleistung, die allerdings - für manche überraschend - dem Beisammensein ein jähes Ende bereitete. In Anbetracht des frühen Starts der Rückfahrt am folgenden Morgen war dies aber doch zu verkraften.  
Die., 31.07.  
Kurz vor 6.00 Uhr morgens (in Worten: SECHS) spielten sich dann am Bahnhof wieder die allseits bekannten Verabschiedungsrituale ab. Doch in die „Abschiedstrauer“ mischte sich auch die Freude darüber, dass es jetzt wieder Richtung Heimat ging und angesichts der frühen Abfahrt konnten die meisten eine gehörige Müdigkeit auch nicht verbergen. Die Fährüberfahrt verlief diesmal ruhig und bei schönem Wetter waren die meisten von uns auf Deck anzutreffen. Schon recht zeitig waren wir in Gent und nach einem wirklich tollen Abendbüffet nutzten schon einige den lauen Sommerabend zu einem Bummel durch die Altstadt von Gent. Viele Gastwirtschaften luden zum Verweilen im Freien bei einem Gläschen Bier oder anderer geeigneter Getränke ein.  
Mi., 01.08.  
Am schließlich letzten Tag unserer Reise erhielten wir eine informative Führung durch die Altstadt Gents, die mit einer Bootsrundfahrt über die Kanäle des Innenstadtbereiches endete.
Gegen Mittag ging es dann weiter Richtung Norden und nach der mehrstündigen Busfahrt freuten sich alle Mitreisenden, als sie mit dem freundlichen "Moin, Moin" am Stadteingang empfangen wurden. 
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